Wer bin ich? Was finde ich gut? Was macht mich aus? Wie stelle ich mir Schulen in 100 Jahren vor?

Mit diesem Workshop zum Thema „Identität“ haben wir ein Format entwickelt, das die Personen der Schule einzeln wahrnimmt und festhält. Jede(r) bekommt ihre / seine Zeit sich zu äußern, eine eigene Zeit ohne die Klasse, die Kollegen, die Freunde. Toll war es für uns zu erleben, wie vor allem die SchülerInnen diese Zeit genießen: als Individuum wahrgenommen zu werden, statt als Teil einer Gruppe.

Ablauf:
Die Personen (SchülerInnen, LehrerInnen, SozialarbeiterInnen, die Sekretärin) betreten einzeln das Klassenzimmer, in dem wir ein kleines improvisiertes Filmset aufgebaut haben. Am Rand befindet sich ein Maskenbuffet.
Nun werden sie gebeten, sich eine Maske auszusuchen und die einzelnen Schritte und Hinweise zur eigenen Pose besprochen.

Foto: F. von den Driesch

Foto: F. van den Driesch

Die Person wählt sich eine Maske, ich helfe beim Aufsetzen. Anschließend begibt sie sich in das Filmset. Sie nimmt auf einem Stuhl Platz und macht es sich bequem.

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Foto: F. von den Driesch

Zu ihrer Linken steht ein Glasbehälter, in dem sich von uns vorbereitete auf Karteikarten ausgedruckte Fragen befinden. Auf die Person gerichtet sind 3 Kameras (Totale, Ganzes Bild, Fotostrecke) und ein Audiogerät. Nachdem die Kamera eingerichtet wurde, beginnt die Person, eine Karte nach der anderen aus dem Glas zu ziehen, sich die Frage laut vorzulesen und sofort zu beantworten.

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Foto: F. von den Driesch

Beispiele der Fragen:

Was bedeutet dein Name?
Was ist an Deiner Familie besonders?
Was möchtest du später einmal beruflich machen?
Wovor hast du Angst?
Was unterscheidet Dich von anderen?
Was ist dein größter Traum?
Wie stellst du dir dich in 25 Jahren vor?
Wie stellst du dir Schulen in 100 Jahren vor?

Foto: F. von den Driesch

Manchmal frage ich nach, erkläre die Frage. Auffallend viele Personen antworten ausführlich und ehrlich, machen sich Gedanken. Keine/r versucht, die Situation lächerlich zu machen. Wird die Frage nach eigenem Ermessen zu privat, wird sie kurz oder gar nicht beantwortet.
Nach 5-7 Minuten bedanke ich mich. Die Person hat die Möglichkeit, sich mit der  Maske vor laufender Kamera im Spiegel zu betrachten. Die Reaktion ist meist sehr überrascht und positiv.

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